Please use this identifier to cite or link to this item: https://doi.org/10.48548/pubdata-71
Resource TypeAudiovisual
Original TitleHyperKult 20: Trivialisierung
DOI10.48548/pubdata-71
Handle20.500.14123/90
CreatorBecker, Claudia
Bense, Arne Till
Di Blasi, Luca  0000-0001-6755-6570
Dombrowski, Julia
Döring, Tanja
Grabowski, Susan
Großmann, Rolf  0000-0001-9750-5811
Heilmann, Till A.
Klußmann, Jörg
Kuper, Heinz-Günter  0000-0003-0743-3346
Müggenburg, Jan  0000-0001-5216-3467
Müller-Prove, Matthias
Nake, Frieder
Nowotsch, Norbert
Pflüger, Jörg
Pias, Claus
Pratschke, Margarete
Sakamoto, Yasuhiro
Straeubig, Michael
Sutherland, Ivan
Warnke, Martin  0000-0003-3500-4354 (Institut für Kultur und Ästhetik Digitaler Medien (ICAM), Leuphana Universität Lüneburg  02w2y2t16)
Werning, Stefan
Description of the ResourceComputer sind so komplex, dass seit je ihr innerer Aufbau vor ihren Nutzerinnen und Nutzern hinter Interfaces versteckt werden musste, damit sie bedienbar wären. Zu diesem Zweck haben Software Engineering und Interfacedesign Strategien des Information Hiding und der funktionalen Segmentierung verfolgt. Systeme wie Doug Engelbarts NLS, Ivan Sutherlands Sketchpad, Alan Kays Dynabook, GUIs, der iTunes Store und das Cloud Computing sind Beispiele hochkomplexer Entwürfe, die große Einfachheit an ihrer Oberfläche zeigen. Ihre Nutzer müssen nicht verstehen, was sich tief im Systeminneren abspielt. Doch über solcherart Vereinfachungen hinaus überraschen uns neuerdings mobile Geräte und ihre Berührungs-empfindlichen Monitore mit einem neuen Design-Modus: der Trivialisierung von Informationsverarbeitung. Geräte mit der Leistungsklasse von zehn Jahre alten PCs ohne Tastatur, Maus oder Kabeln, die eher wie Schokoriegel oder Schiefertafeln, der Ausstattung von Erstklässlern, aussehen, verführen uns dazu, wieder mit den Fingern zu malen und nach den Objekten unserer Begierde zu grabschen. Und wir sind's zufrieden und kaufen diese Dinger, millionenweise täglich. Es geht wieder ganz einfach zu, viel simpler, als wir es am PC je akzeptieren würden. Trivialisierte Nutzer betatschen glücklich, was sie vom Monitor zu verlangen gelernt haben. Haptik ersetzt Optik und Intellekt, als ob wir für den Verlust des Materiellen entschädigt werden müssten, den uns die Computer beschert haben. Und dies bringt uns die Wunder der Jetztzeit, etwa interaktive Medienkunst für 99 Cent das Stück im App Store. Ist noch wer überrascht? Ist das alles wirklich dermaßen trivial? Dabei ist Trivialisierung alles andere als trivial. Programmierung bleibt eine Tätigkeit zwischen Kunst und Magie, und hier sehen wir neue Höhepunkte dieser Fertigkeiten, vor denen ein Erblassen in Ehrfurcht nicht verkehrt wäre. Dieser Trend wirkt sogar in Informationssystemen im Großen, vor allem solchen höchster Akzeptanz: Googles Page Rank ersetzt Signifikanz; iPods wollen keine Computer sein; Facebook trivialisiert schlechterdings, was einmal Freundschaft hieß, und uns bleibt nur zu hoffen, dass alle dieses als Metapher verstehen; Cloud Computing stiehlt sich aus der Verantwortung für Daten. Werden Computer zu trivialen Maschinen, der "love affair of the western culture", wie Heinz von Förster sie nannte? Ist nun das Feuilleton der Ort der Kritik des Digitalen, nicht mehr die Ecken der Assemblerprogrammierer? Braucht es keinen Durchblick mehr? Ist alles tatsächlich so trivial geworden?
Language of the ResourceGerman
KeywordsHyperKult; Trivialisierung; Interfacedesign; Cloud Computing
Year of Publication in PubData2023
Publishing TypeFirst publication
Date issued2023-11-21
Creation ContextResearch
Published byMedien- und Informationszentrum, Leuphana Universität Lüneburg
NotesVideos folgender Vorträge, die im Rahmen der Veranstaltung: "HyperKult 20: Trivialisierung" präsentiert wurden. Claus Pias, Jan Müggenburg - Trivialität und Freiheit. Eine Menschenfassung der 1960er. Stefan Werning - Gamification – Zur funktionalen Ausdifferenzierung von Spielformen und deren Rückwirkung auf das Spiel. Michael Straeubig - Essenz, Vereinfachung, Trivialisierung? Minimalisierung als Methode. Norbert Nowotsch - Zur Zwangsläufigkeit eines Produktes. Luca di Blasi - Faceshop – Ökonomische Erschließung der Freundschaft durch Facebook. Julia Dombrowski - Online-Dating – Trivialisierung der Liebe oder kontemporäre Variante der Partnersuche? Ivan Sutherland - The Art of Engineering and the Engineering of Art. Arne Till Bense - Triviale Instrumente – Mapping als Differenz? Yasuhiro Sakamoto - Interface für Streichquartett ohne Menschen. Rolf Großmann - Triviale Samples – Von der elektronischen Avantgarde in die Charts. Till A. Heilmann - Taste und Finger. Anmerkungen zum Begriff des Digitalen. Matthias Müller-Prove - Zurück in die Kindheit – Infantilisierung im UI Design. Heinz-Günter Kuper - »It's Just Common Sense«: Die Trivialisierung des Menschenverstands durch die Künstliche Intelligenz. Jörg Pflüger - Möglich ist alles. Jörg Klußmann - Controller Jam. Margarete Pratschke - Die »billige Pracht« der Sichtbarmachung – Die Geschichte grafischer Benutzeroberflächen zwischen Sehen und Verbergen – …oder: über Konjunkturen der (Bild)Kritik des Trivialen. Claudia Becker - »Lob der Oberflächlichkeit« – Für eine Philosophie der Benutzeroberfläche. Tanja Döring - Das Triviale ist komplex: wie viel »Realität« braucht die Realitätsbasierte Interaktion? Susan Grabowski, Frieder Nake – concrete, conceptual, computational in art & trivialization in computing. Ivan Sutherland - Abschlussrede.
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