DissertationFirst publicationDOI: 10.48548/pubdata-3705

Reallabore als Katalysatoren urbaner Transformation

Konzeptionelle und methodische Weiterentwicklungen am Fall des koproduktiven Stadtmachens im Quartier Mirke in Wuppertal

Chronological data

Date of first publication2026-06-17
Date of publication in PubData 2026-06-17
Date of defense2024-12-19

Language of the resource

German; English

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Related part DOI: 10.1080/02513625.2018.1487651
Wanner, M., Hilger, A., Westerkowski, J., Rose, M., Stelzer, F., & Schäpke, N. (2018). Towards a Cyclical Concept of Real-World Laboratories. disP - The Planning Review, 54(2), 94–114.
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Wanner, M., Bachmann, B., & Von Wirth, T. (2021). Contextualising Urban Experimentation: Analysing the Utopiastadt Campus Case with the Theory of Strategic Action Fields. Urban Planning, 6(1), 235–248.
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Wanner, M. (2024). Koproduktives Stadtmachen als Motor der Quartiersentwicklung? Berichte Geographie und Landeskunde, 97(1–2), 103–129.

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Abstract

Die vorliegende Dissertation untersucht die Rolle von Reallaboren als Katalysatoren für die urbane Transformation hin zu einer nachhaltigen, gemeinwohlorientierten und koproduktiven Stadtentwicklung. Die Arbeit verknüpft konzeptionelle Weiterentwicklungen des Reallaboransatzes mit praktischen Erkenntnissen aus der empirischen Begleitung des Quartiers Mirke in Wuppertal. Reallabore werden klar positioniert und konzeptionell definiert als Ansatz einer transdisziplinären und transformativen Forschung. Durch den Vergleich mit anderen experimentellen Ansätzen wird der Ansatz klarer strukturiert und international sichtbarer gemacht. In mehreren Schleifen verdichtete Kerncharakteristika von Reallaboren sowie ein idealtypischer Forschungsablauf werden vorgestellt. Die Dissertation liefert zudem wertvolle methodische und theoretische Impulse zur Stärkung der Reallabor-Forschungsqualität, indem sie bestehende Ansätze wie die Konstellationsanalyse, die Strategic-Action-Fields-Theorie und die Strukturationstheorie für die Reallaborforschung nutzbar macht. Diese Methoden bieten differenzierte Werkzeuge zur Analyse und Modellierung von Systemausschnitten, zur strategischen, transdisziplinären Bestimmung von Interventionspunkten, der Analyse von Machtstrukturen, konfliktären Deutungsmustern und daraus resultierenden strategischen Handlungen, sowie zur Erfassung von projektübergreifenden Wirkungen von Reallaboren anhand der vier Modalitäten der interpretativen Schemata, Normen, allokativen und autoritativen Ressourcen, die zwischen Handlungen und Struktur vermitteln und für die Erlangung transformativer Durchsetzungsstärke bedeutsam sind. Im empirischen Teil wird das Mirker Quartier in Wuppertal detailliert begleitet, untersucht und mitgestaltet. Über den Zeitraum von neun Jahren und über sechs Projekte hinweg wird ein Reallabor der gemeinwohlorientierten, nachhaltigen und koproduktiven Quartiersentwicklung definiert. Die Dissertation zeigt, wie durch die Kombination von bottom-up-Initiativen des Stadtmachens und top-down-Partizipationsprozessen im Sinne der Koproduktion innovative und experimentelle Planungs- und Quartiersentwicklungsprozesse realisiert werden können. Es wird erläutert, wie eine durch lokale Stadtmacher*innen, transformative Forschung und progressive Verwaltung getragene strategische Zusammenarbeit die interpretativen Schemata und Normen einer nachhaltigen, gemeinwohlorientierten Quartiersentwicklung und eine Kultur des Experimentierens geprägt werden können. Die Ergebnisse zeigen, dass Reallabore eine entscheidende Rolle bei der Förderung von nachhaltigen Stadtentwicklungsprozessen spielen können, wenngleich ihre Wirkung stark vom spezifischen Kontext und den beteiligten Akteur*innen abhängt. Die Dissertation zeigt und reflektiert am eigenen Beispiel einmal mehr die verschiedenen Rollen, die Personen in transdisziplinären und transformativen Forschungsprojekten einnehmen können und diskutiert die Herausforderungen, aber auch Synergien, die sich aus der Rollenvielfalt ergeben. Die Dissertation bescheinigt dem Ansatz des Reallabors als eine transdisziplinäre und transformative Forschungspraxis für die Beförderung einer nachhaltigen Entwicklung eine fortgeschrittene konzeptionelle Reife. Sie regt Weiterentwicklungen an in Bezug auf die Kompetenzvermittlung an Forschende und Praxisakteur*innen für diese Art von Transformationswissensproduktion, die Integration von Wissen und Praxisexpertise beim Umgang mit Konflikten in Reallaboren und die Sicherstellung und Vergleichbarkeit der Qualität und Wirkung von Reallaboren. In Bezug auf (inzwischen) etablierte abweichende Auslegungen des Reallabor- und Experimentkonzepts wird für einen konstruktiv-befruchtenden Umgang plädiert.

Keywords

Stadtplanung; Kollaborative Planung; Quartiersentwicklung; Stadtteilentwicklung; Stadtentwicklung; Reallabor; Urban Planning; Collaborative Planning; Neighborhood Development; City-making; Real-world Laboratory

Grantor

Leuphana University Lüneburg

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DDC

307.1216

Creation Context

Research