Einsatz von künstlicher Intelligenz zur Prozessoptimierung und Steigerung der Ressourceneffizienz in kleinen und mittleren Unternehmen
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Date of first publication2024-04-25
Date of publication in PubData 2024-04-25
Date of defense2024-04-22
Language of the resource
German
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Abstract
Ein wichtiger Treiber für Steigerung der Produktivität in verarbeitenden kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ist die Digitalisierung von Produktionsabläufen. Die damit verbundene Volumensteigerung von Daten bietet ein enormes Potenzial für die Analyse und Optimierung von Prozessen. Diese Daten aus einer Vielzahl von Geräten
und Systemen erhöhen jedoch den Bedarf an intelligenten, dynamischen Analysemodellen. Allerdings verfügen KMU über einen geringen bis sehr geringen Digitalisierungsgrad. Das resultiert aus einer Kombination verschiedener Faktoren, wie knappe Finanz‐ und Personalressourcen für Forschungs‐ und Entwicklungsaktivitäten, fehlende Expertise im IT‐Bereich und geringe Bereitschaft zur Einführung neuartiger
digitaler Technologien und künstlicher Intelligenz. Weiterhin sind die Produktionsprozesse
verarbeitender KMU sehr individuell und teilweise hochspezialisiert, sodass
sich bestehende KI‐Module nicht ohne erhöhten Anpassungsaufwand in die bestehende
Produktionsstruktur adaptiert werden können. Im Rahmen dieses Promotionsvorhabens
wurden zwei Machine Learning‐Verfahren für den praktischen Einsatz
in einem verarbeitenden KMU entwickelt. Ziel war das Erkennen von Zusammenhängen
zwischen Energieverbrauch und Ausschuss und den Maschineneinstellungen sowie
das Auffinden optimaler Parametereinstellungen, um die Effizienz von Energie
und steigern und die Abfallquote zu senken. Dabei lag der Fokus auf der Einfachheit
der Lösung sowie der leichten Adaptierbarkeit auf sich ändernde Produktionsvorgänge.
Ausgangspunkt war die Einrichtung einer einheitlichen Datenbasis für den
Produktionsbereich des Unternehmens, um vollständige Maschinenprotokolle zu
zentralisieren. Das erste umgesetzte Verfahren war der Random Forest‐Algorithmus,
eine ML‐Methode für die Modellierung von Ensemble‐Entscheidungsbäumen. Als
zweite ML‐Methode wurde ein künstliches neuronales Netz (KNN) entwickelt. Beide
Verfahren wurde mit KI‐Erklärmodellen interpretiert, um die Ergebnisse nachzuvollziehen.
Bei der Validierung der beiden Modelle zeigten sich größere Unterschiede in
der Genauigkeit und der empfohlenen Parametereinstellungen. Dies lässt sich auf die
unterschiedlichen Berechnungsmethoden der Algorithmen zurückführen. Es konnte jedoch gezeigt werden, dass auch mit weniger komplexen KI‐Verfahren, deren Auswahl
auf einer eindeutigen Zieldefinition basieren, deutliche Produktivitätssteigerungen
erreicht werden können. Durch ganzheitliche Digitalisierung und die dadurch zu
verarbeitenden Daten mit Verfahren der KI können entscheidende Schritte für eine
ressourceneffizientere Produktion vollbracht werden. Ein wichtiger Aspekt dabei ist
dennoch, dass die dafür nötigen Informations‐ und Kommunikationstechnologie‐
Komponenten einen steigenden Rohstoffbedarf erzeugen und einen beträchtlichen
Teil des Elektroschrotts verantworten. Diese kritischen Aspekte der Digitalisierung
wurden daher ebenfalls im Rahmen der Promotion betrachtet. Mit dem Fokus auf
Seltenerdmetallen wurden die Umweltauswirkungen von der Gewinnung bis zur Entsorgung
untersucht und ein Rückschluss auf den produktionsseitigen Rebound‐Effekt
gezogen.
Keywords
Künstliche Intelligenz; Random Forest; Neuronales Netz; Kleinbetrieb; Mittelbetrieb
Grantor
Leuphana University Lüneburg
Study programme
Faculty / department
Supported / Financed by
Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)