Master ThesisFirst publication DOI: 10.48548/pubdata-173

Subjektivitäten begreifen: Mathematik als Begriffsbildung

Understanding subjectivities: Mathematics as conceptualisation

Chronological data

Date of first publication2024-04-08
Date of publication in PubData 2024-04-08
Date of thesis submission2023-06-01
Date of defense2023-09-28

Language of the resource

German

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Abstract

Sprache und Begriffen bilden epistemische Ressourcen, die Möglichkeitsräume des Zuweisens und Absprechens epistemischer Autoritäten bilden. In dieser Thesis arbeite ich mit zwei philosophischen Betrachtungen unterschiedlicher zeithistorischer und disziplinärer Kontexte, die jedoch in einem Erforschen der Herstellungsprozesse epistemischer Autorität begriffen sind: In seinen Bemerkungen über die Grundlagen der Mathematik bezeichnet Ludwig Wittgenstein jene Prozesse des Entstehens von Sprache und Sinnhaftigkeit als Begriffsbildung. Wittgenstein weist Mathematik in jenen Prozessen eine besondere Rolle zu, indem er sie als zentrale Instanz der Begriffsbildung versteht. Diskurse um epistemische Gewalt betrachten die Grenzen von Sprache und Sinn wie auch die Prozesse ihres Entstehens als Fragen der Macht. Das Innen und Außen von Sprache und Sinn hängt dabei mit gewaltvollen Ausschlüssen aus den bestehenden Gesellschaftsstrukturen zusammen. Beide dieser Perspektiven teilen eine behutsame Sorgfalt im Umgang mit Fragen der Sinnhaftigkeiten und ihren Grenzen. Ich führe sie daher zusammen in eben diesem Versuch und dieser gemeinsamen Frage nach den Aspekten und Prozessen im Entstehen der Sinnhaftigkeit. Gemeinsam, so meine These, bilden sie eine multidimensionale Perspektive auf Prozesse der Begriffsbildung, in der die Rolle der Mathematik und jene von Machtstrukturen gleichermaßen Betrachtung findet. Dabei entsteht nach meiner Überzeugung nicht nur eine tiefgreifende und vielschichtige Perspektive auf die Bildungsprozesse von Sprache und Sinn, sondern auch eine Vielzahl fruchtbarer Perspektiven für die Fragen, die in den einzelnen Diskursen jeweils noch offene sind. So bildet beispielsweise der Diskurs um epistemische Gewalt einen theoretischen Hintergrund, der Wittgensteins These von Mathematik als Netz von Normen in neuem Licht und politischer Tiefe erscheinen lässt. Wittgensteins Philosophie der Mathematik wiederum stellt für machtkritische Epistemologien Anlass und Fundament dar, Mathematik in ihrer speziellen Rolle für die Grenzsetzungen in Sachen Sinnhaftigkeit zu untersuchen.

Keywords

Feminismus; Epistemologie; Mathematik; Wittgenstein, Ludwig; Epistemische Gewalt

Grantor

Leuphana University Lüneburg

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