Bachelor ThesisFirst publicationDOI: 10.48548/pubdata-4006

Desinformation in der offenen Jugendarbeit

Eine empirische Untersuchung unter Mitarbeitern von Einrichtungen der offenen Jugendarbeit

Disinformation in open youth work: An empirical study among employees of open youth work institutions

Chronological data

Date of first publication2026-07-20
Date of publication in PubData 2026-07-20
Date of thesis submission2026-03-30

Language of the resource

German

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Abstract

Die Bachelorarbeit untersucht, wie Fachkräfte und Mitarbeitende der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Niedersachsen Desinformation im Alltag der Besucherinnen und Besucher wahrnehmen und welche fachlichen sowie strukturellen Voraussetzungen sie für den Umgang mit diesem Phänomen sehen. Auf der Grundlage aktueller Debatten zu Fake News, Desinformation und Misinformation sowie der rechtlichen und fachlichen Rahmenbedingungen der offene Kinder und Jugendarbeit werden Mediennutzung, Risiken digitaler Räume und medienpädagogische Handlungsoptionen theoretisch eingeordnet. Empirisch basiert die Studie auf einer quantitativen Onlinebefragung von Mitarbeitenden in Jugendtreffs und Jugendzentren, in der unter anderem Wahrnehmung von Desinformation, identifizierte Risikogruppen, vorhandene Präventions- und Interventionsansätze sowie Konzepte oder Leitlinien erhoben und statistisch ausgewertet werden. Die Ergebnisse zeigen, dass eine deutliche Mehrheit der Befragten Desinformation bei Jugendlichen erlebt, sie überwiegend über soziale Medien und Mundpropaganda wahrnimmt und vor allem soziale sowie politische Themen betroffen sind; zugleich wird Desinformation mehrheitlich als relevante Gefahr für die offene Jugendarbeit eingeschätzt. Präventiv dominiert eine beziehungsorientierte, dialogische Praxis (insbesondere Einzelgespräche), während nur wenige Einrichtungen über explizite Leitlinien oder verankerte Strategien verfügen und sich die meisten Fachkräfte im Umgang mit Desinformation nur mäßig vorbereitet fühlen und zusätzlichen Fortbildungs- sowie Ressourcenbedarf benennen. Die Arbeit zeigt, dass die offene Kinder und Jugendarbeit als lebensweltorientierter Bildungs- und Schutzraum über erhebliche Potenziale zur Förderung von Medienkompetenz, kritischem Denken und demokratischer Resilienz verfügt, diese jedoch aufgrund eingeschränkter struktureller Ressourcen und der Dynamik sozialer Medien bisher nur begrenzt genutzt werden; daraus leiten sich praxisorientierte Empfehlungen für die Qualifizierung, konzeptionelle Verankerung und Vernetzung der Fachkräfte ab. Es wird empfohlen, weitere Forschung in zusätzlichen Bundesländern durchzuführen, um ein mögliches regionales Phänomen auszuschließen, sowie allgemein vertiefende und längerfristig angelegte Studien zur Entwicklung und Ausprägung von Desinformation in der offenen Kinder- und Jugendarbeit vorzunehmen.

Keywords

offene Jugendarbeit; Desinformation; Jugendschutz; Mediennutzung; Medienbildung; Demokratiebildung

Grantor

Leuphana University Lüneburg

Study programme

Soziale Arbeit für Erzieher*innen (B.A.)

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