Wenn Algorithmen beim Schreiben helfen: Digitale Unterstützung in mehrsprachigen berufsbildenden Schulen
Chronological data
Date of first publication2026-09-10
Date of publication in PubData 2026-09-10
Date of defense2025-05-25
Language of the resource
German; English
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Editor
Author
Referee
Neumann, Astrid
Brommer, Sarah
Giera, Winnie-Karen
Advisor
Neumann, Astrid
Case provider
Other contributors
Abstract
Im vorliegenden kumulativen Dissertationsprojekt wird eruiert, wie Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen in ihrem Deutsch/Kommunikationsunterricht digitale Schreibtools einsetzen und welche Bedarfe sie diesbezüglich haben. Außerdem wird erörtert, wie Lehrkräfte in der Auswahl und dem unterrichtlichen Einsatz dieser Tools unterstützt werden können. Oftmals sind die literalen Fähigkeiten der Schüler*innen im Bereich der beruflichen Bildung unzureichend ausgeprägt. Ein wesentlicher Grund für die unzureichenden Schreibfähigkeiten ist die mangelnde Übung im eigenständigen Formulieren. Dies wird durch die Tatsache verschärft, dass die Schreibzeit im Unterricht mit zunehmendem Alter der Schüler*innen abnimmt. Durch den Einsatz digitaler Schreibtools im Unterricht könnten Lehrkräfte bei der binnendifferenzierten und individualisierten Gestaltung ihres Unterrichts unterstützt werden. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland jedoch zurück, was die Vermittlung von Unterrichtsinhalten mithilfe digitaler Medien betrifft. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass sowohl die technische Ausstattung als auch die Konzepte für die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte fehlen. Dafür fasst die Dissertation zunächst den wissenschaftlichen Erkenntnisstand zu den Themen Schreiben an berufsbildenden Schulen, digitale Kompetenzen von Lehrer*innen in Deutschland, sowie das Schreiben mit digitalen Tools zusammen. Die Zusammenfassungen werden durch drei veröffentlichte Beiträge zu den jeweiligen Schwerpunkten gestützt, vertieft und weiterentwickelt. Für den empirischen Teil der Dissertation wurden im Rahmen eines Design-Based-Research-Ansatzes die Bedarfe von Lehrenden an berufsbildenden Schulen bezüglich des Schreibunterrichts in sprachlich heterogenen Klassen ermittelt. Die Ergebnisse des quantitativen Online-Fragebogens, den 81 Lehrer*innen beantworteten, zeigen, dass Lehrkräfte mit einer Deutsch-als-Zweitsprache-Ausbildung im Vergleich zu Kolleg*innen ohne eine solche Weiterbildung die Schreibprozesse ihrer Schüler*innen durch vermehrtes Feedback besser unterstützen und einen größeren Wert auf Sprachbildung innerhalb ihres Unterrichts legen. Bezogen auf die Nutzung digitaler Schreibtools zeigt sich, dass Lehrer*innen Textverarbeitungsprogramme im Unterricht nutzen und den Umgang mit ihnen thematisieren. Elaboriertere Schreibtools (z.B. mit automatischen Rückmeldefunktionen) werden bisher wenig eingesetzt, jedoch nicht, weil Lehrkräfte die Nutzung ablehnen, sondern weil sie wenige Informationen über deren Verfügbarkeit und Qualität haben. Anschließend wurde aus den Erkenntnissen um die Bedarfe, Einstellungen und Kenntnisse der befragten Lehrer*innen das Bewertungsinstrument für digitale Schreibtools DigiSchreib entwickelt. Dieses soll Lehrer*innen beim didaktisch sinnvollen Einsatz digitaler Schreibtools im Unterricht unterstützen. Als erstes Instrument, das sich speziell mit Schreibtools beschäftigt, erfolgt die Bewertung der Tools mithilfe einer qualitativen Beschreibung innerhalb unterschiedlicher Kategorien. Die analysierten Schreibtools werden mittels einer Dokumentensammlung aufgenommen und innerhalb des Bewertungsinstruments systematisiert. Die Evaluation des Instruments DigiSchreib wurde mithilfe eines problemzentrierten Interviews (N=5) in Bezug auf Anwendbarkeit und Verbesserungspotentiale durchgeführt. Die Interviewauswertung erfolgte mithilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse mit deduktiv-induktiver Kategorienentwicklung. Ergebnisse zeigen, dass Lehrer*innen die Systematisierung von Tools in unterschiedliche Funktionskategorien als hilfreich für einen unterrichtlichen Einsatz ansehen, auch die durch DigiSchreib gegebene Übersichtlichkeit wird als positiv bewertet. Die Fokussierung auf automatisierte Schreibtools wird kritisiert und eine Erweiterung um kollaborative Tools vorgeschlagen. DigiSchreib wurde unter Berücksichtigung des Feedbacks überarbeitet und angepasst. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Forschungsergebnisse und einer Diskussion des wissenschaftlichen Beitrags der Dissertation zum Diskurs.
Keywords
Lehrkraft; Lehrkräftebildung; Berufsbildende Schule; Deutschunterricht; Deutsch als Zweitsprache (DaZ); Schreiben; Schreibdidaktik; Fachunterricht; Fachdidaktik; Digitale Medien; Mediennutzung; Medienkompetenz
Grantor
Leuphana University Lüneburg
More information
DDC
371.334
371 :: Schulen, schulische Tätigkeiten; Sonderpädagogik
371 :: Schulen, schulische Tätigkeiten; Sonderpädagogik
Creation Context
Research
