ein zeitalter der bruchstücke das ist wenn es nicht als vorwurf verstanden wird gar keine unzutreffende kennzeichnung die deutsche literatur hat derzeit übrigens in den siebziger jahren schon vor allem kleine perlen zu bieten splitter prosabrocken erzählungen novellen wenn größere texte geschrieben werden dann kaum um ein gesellschaftliches panorama zu entfalten aus einem kopf heraus wird erzählt eine suada ergießt sich ein einziger endloser redestrom gut und schön könnte man sagen aber fehlt nicht schon wieder der große gegenwartsroman das schlüsselwerk einer neuen generation ein paar beobachtungen einige anmerkungen zur deutschen literatur der gegenwart zur literatur der achtziger jahre 1 die literatur hat ihre öffentliche rolle aufgegeben und mit ihr jeden anspruch auf repräsentanz das gilt für den persönlichen auftritt des schriftstellers ebenso wie für dessen werk der engagierte autor der sechziger jahre ein anachronismus selbst die neuere entwicklung in der ddr zeigt wie schnell der schriftsteller ein schriftsteller sein könnte sein möchte radikale antwort seine stellung sein ort vor der allgemeinheit unbekannt er fände kaum mehr spuren einer solchen kultur in der er zu irgendeiner repräsentation befähigt oder berufen wäre die literatur sei wieder zu dem geworden was sie von anfang an war eine minoritäre angelegenheit schrieb schon vor drei jahren hans magnus enzensberger diese reduktion auf ihre wahre größe hat auch etwas entlastendes die schriftsteller können sich die repräsentative maske abschminken die sie lange zeit trugen ähnlich äußern sich in diesen tagen schriftsteller aus der ddr r schließlich und vor allem ob eine literatur politisch ist und wie entscheidet nicht allein der öffentliche auftritt der urheber was reinhard baumgart unlängst an dieser stelle anlässlich von handkes versuch über die müdigkeit gesagt hat ist nur zu unterstreichen wer in solchen schreibanstrengungen und schreibleistungen das öffentliche interesse und politische element nicht mehr erkennen kann oder will der muß trostlos eingeschränkten begriffen von sprache gesellschaft literatur und politik schon hoffnungslos verfallen sein