bodo radke brüssel der wahlerfolg von frau thatcher ändert nichts an dem mißtrauen gegenüber der frau in der politik daß dieses mißtrauen auch von einem sehr großen teil der frauen selbst geteilt wird ergibt eine meinungsumfrage der eg-kommission in den neun ländern der gemeinschaft zu beantworten war unter anderem die frage ob man grundsätzlich mehr vertrauen zu einem männlichen oder zu einem weiblichen parlamentsabgeordneten habe eine überwältigende mehrheit sprach sich für den mann aus sortiert man die stellungnahmen nach dem geschlecht der befragten so zeigt sich daß nur 16 prozent der frauen einen weiblichen politiker vorziehen zum spiegelbild dieser einstellung dürfte auch die zusammensetzung des europäischen parlaments werden das im juni gewählt wird von den rund 180 millionen wahlberechtigten eg-bürgern sind etwa 92 millionen weiblichen geschlechts schon heute läßt sich aber mit sicherheit voraussagen daß von den 410 volksvertretern im europäischen parlament allerhöchstens 50 frauen sein werden dieses verhältnis von etwa eins zu acht entspricht etwa dem verhältnis mit dem frauen in den meisten nationalen parlamenten repräsentiert sind dazu muß man wissen daß bei der umfrage der eg-kommission immerhin 35 prozent der befragten frauen meinten die nationalen parlamente würden vernünftigere gesetze fabrizieren wenn dort das weibliche element stärker vertreten wäre allerdings stimmten nur 19 prozent der befragten männer einer solchen meinung zu es wäre müßig mit der logik nach dem grund des mißtrauens gegenüber der frau in der politik zu suchen sicherlich spielen dabei traditionen bei der rollenverteilung von mann und frau die entscheidende rolle jedenfalls ergab die meinungsumfrage der brüsseler eg-kommission auch daß zum beispiel 35 prozent der deutschen ehemänner es grundsätzlich mißbilligen würden wenn sich ihre frauen politisch aktiv betätigen wollten sad